Freiwilliges Engagement als Familie erzählt. Engagementbasierte Unterstützungsbeziehungen aus der Perspektive Geflüchteter Adressat*innen
Der Beitrag untersucht, wie in Beziehungen des freiwilligen Engagements Zugehörigkeit als Familie erzählt wird. Unter der analytischen Perspektive der Agency werden auf Grundlage episodischer Interviews und unter Anwendung der Grounded Theory als Familie erzählte Beziehungen aus der Perspektive der geflüchteten Adressat*innen rekonstruiert und Prozesse der Zugehörigkeitsherstellungen sichtbar gemacht. Die Ergebnisse zeigen, dass als Familie konstruierte Zugehörigkeit als exklusiv und kollektiv erzählt und durch Alltagsroutinen, symbolische Handlungen, praktische Unterstützung und besondere Ereignisse hergestellt wird. Die Interviewten gestalten Zugehörigkeit aktiv mit, indem sie allgemeine Ordnungen anerkennen, und rahmen die Beziehungen (trotz struktureller Prekarität) als robust. Der Beitrag lässt geflüchtete Akteur*innen als Mitgestalter*innen von Beziehungen im Kontext von freiwilligem Engagement zu Wort kommen und eröffnet neue Perspektiven auf Zugehörigkeit und Doing Family.